Baccarat-Regeln Schritt für Schritt
Baccarat hat den Ruf, ein Spiel für Kenner zu sein. Dabei sind die Baccarat Regeln einfacher als bei fast jedem anderen Tischspiel, denn du triffst nur eine Entscheidung: worauf du setzt. Alles andere erledigt der Croupier nach festen Vorgaben. Wer wissen will, wie man Baccarat spielt, muss deshalb vor allem zwei Dinge verstehen: wie die Punkte zählen und wann eine dritte Karte kommt. Beides erklären wir hier Schritt für Schritt.
Schritt 1: Die Punkte zählen
Ein Ass zählt 1 Punkt. Die Karten 2 bis 9 zählen ihren Wert. Zehnen, Buben, Damen und Könige zählen 0. Du addierst die Karten einer Hand und nimmst nur die Einerstelle. Eine 7 und eine 8 ergeben 15, also 5 Punkte. Ein König und eine 9 sind 9 Punkte, das Beste, was eine Hand haben kann. Zwei Bilder sind 0 Punkte, die schlechteste Hand. Über 9 kann eine Hand nie kommen, überkaufen wie beim Blackjack gibt es also nicht.
Schritt 2: Setzen
Vor jeder Runde setzt du auf eines von drei Feldern. „Spieler“ gewinnt, wenn die Spielerhand mehr Punkte hat. „Bank“ gewinnt, wenn die Bankhand mehr Punkte hat. „Unentschieden“ gewinnt, wenn beide gleich viele Punkte haben. Die Namen täuschen: Wer auf die Bank setzt, spielt nicht gegen dich, und die Spielerhand gehört niemandem am Tisch. Es sind nur zwei Hände, auf die alle setzen können.
Schritt 3: Austeilen und Natural
Der Croupier gibt beiden Händen zwei Karten, abwechselnd erst dem Spieler, dann der Bank. Hat eine Hand jetzt 8 oder 9 Punkte, heißt sie Natural. Dann ist die Runde sofort vorbei, keine Seite zieht mehr, und die höhere Hand gewinnt. Haben beide einen Natural mit gleichen Punkten, ist es ein Unentschieden.
Schritt 4: Die dritte Karte des Spielers
Gibt es keinen Natural, ist zuerst der Spieler dran. Seine Regel ist kurz: Bei 0 bis 5 Punkten zieht er eine dritte Karte, bei 6 oder 7 bleibt er stehen. Mehr als drei Karten bekommt keine Hand. Der Spieler darf hier nichts entscheiden, auch wenn du auf ihn gesetzt hast.
Schritt 5: Die dritte Karte der Bank
Danach ist die Bank dran, und hier liegt die einzige Regel, die man nachschlagen muss. Ist der Spieler stehen geblieben, verhält sich die Bank genauso: Sie zieht bei 0 bis 5 und bleibt bei 6 oder 7 stehen. Hat der Spieler eine dritte Karte genommen, schaut die Bank auf ihre eigenen Punkte und auf diese dritte Karte. Mit 0 bis 2 zieht sie immer, mit 7 nie. Dazwischen hängt es von der Karte des Spielers ab. Die Tabelle über diesem Text zeigt jede Kombination, und die Ziehregeln am Tisch sind genau so festgelegt.
Die Ziehregeln musst du nicht auswendig können, um mitzuspielen. Der Croupier wendet sie an, und du kannst nichts falsch machen. Wer sie kennt, versteht aber, warum eine Runde so ausgeht, wie sie ausgeht. Am Tisch oben siehst du bei jeder Runde in einer kurzen Liste, welche Regel gerade gegriffen hat.
Schritt 6: Auszahlung
Gewinnt die Hand, auf die du gesetzt hast, bekommst du deinen Einsatz zurück und dazu den Gewinn. Auf den Spieler ist das 1 : 1. Auf die Bank ist es auch 1 : 1, aber das Haus behält 5 % Provision vom Gewinn ein: Aus 1 Chip Einsatz werden 0,95 Chips Gewinn. Ein Unentschieden zahlt 8 : 1. Bei Unentschieden bekommst du Einsätze auf Spieler und Bank zurück, sie gehen nicht verloren.
Zwei Runden als Beispiel
Erste Runde: Der Spieler bekommt eine 4 und einen König, also 4 Punkte. Die Bank bekommt eine 2 und eine 3, also 5 Punkte. Kein Natural, der Spieler ist dran und zieht mit 4 eine dritte Karte. Es kommt eine 6, er hat jetzt 10, also 0 Punkte. Die Bank hat 5, und der Spieler hat eine 6 gezogen. Laut Tabelle zieht die Bank bei 5, wenn die dritte Karte des Spielers eine 4 bis 7 war. Sie bekommt eine 3 und hat 8 Punkte. Die Bank gewinnt 8 zu 0.
Zweite Runde: Der Spieler bekommt eine 5 und eine 2, also 7 Punkte, und bleibt stehen. Die Bank hat eine Dame und eine 6, also 6 Punkte. Weil der Spieler keine dritte Karte genommen hat, gilt für die Bank die einfache Regel: Bei 6 oder 7 bleibt sie stehen. Der Spieler gewinnt 7 zu 6. Wer 10 Chips auf den Spieler gesetzt hat, bekommt 10 Chips Gewinn.
Genau so laufen die Runden am Tisch oben ab. Nach jeder Runde siehst du die Schritte als kurze Liste und kannst nachlesen, welche Regel gegriffen hat. Wenn dir eine Entscheidung der Bank seltsam vorkommt, tippe in der Tabelle der Ziehregeln auf das passende Feld.
Punto Banco: Spieler, Bank oder Unentschieden
Punto Banco ist die Form von Baccarat, die du heute in fast jeder Spielbank findest. „Punto“ ist der Spieler, „Banco“ die Bank. Bei Punto Banco Baccarat sind alle Entscheidungen über die Karten durch die Regeln vorgegeben. Das unterscheidet Punto Banco von älteren Formen wie Chemin de fer oder Baccarat Banque. Dort hielt ein Gast die Bank, und die Spieler durften in einigen Fällen selbst wählen, ob sie eine dritte Karte nehmen. Die Punto Banco Regeln haben diese Wahl abgeschafft.
Für dich heißt das: Du kannst bei Punto Banco nichts falsch spielen, aber auch nichts besser. Die einzige Frage ist, auf welches Feld du setzt. Über alle Runden gerechnet gewinnt die Bank in 45,9 % der Fälle, der Spieler in 44,6 % und das Unentschieden in 9,5 %. Lässt man die Unentschieden weg, gewinnt die Bank 50,7 % der entschiedenen Runden.
Warum die Bank öfter gewinnt
Die Bank zieht als Zweite. Sie weiß also schon, ob der Spieler eine dritte Karte genommen hat und welche. Die Ziehregeln nutzen dieses Wissen. Hat der Spieler etwa eine 8 gezogen, bleibt die Bank mit 3 Punkten stehen, weil die Spielerhand mit einer 8 oft schwach wird. Dieser kleine Informationsvorsprung macht die Bank zur stärkeren Hand. Deshalb verlangt das Haus auf Bank-Gewinne die Provision. Ohne sie hätte der Spieler auf die Bank einen Vorteil.
Was es mit Punto Banco High und Low auf sich hat
In manchen Spielbanken heißen zwei Tische Punto Banco High und Punto Banco Low. Gemeint sind nicht andere Regeln, sondern andere Einsatzgrenzen. Am Low-Tisch sind Mindest- und Höchsteinsatz niedrig, am High-Tisch hoch. Die Punto Banco Regeln selbst sind an beiden gleich. Auch Mini-Baccarat folgt denselben Regeln, nur an einem kleineren Tisch mit weniger Plätzen und einem schnelleren Croupier.
Chemin de fer und Baccarat Banque
Bevor Punto Banco die Spielbanken eroberte, wurde Baccarat vor allem in zwei anderen Formen gespielt. Bei Chemin de fer wandert die Bank reihum von Gast zu Gast. Wer die Bank hält, setzt gegen die anderen am Tisch, und die Spieler dürfen bei 5 Punkten selbst wählen, ob sie eine dritte Karte nehmen. Bei Baccarat Banque bleibt die Bank länger bei einer Person, und es wird gegen zwei Spielerhände gleichzeitig gespielt. Beide Formen findest du heute in deutschen Spielbanken nur noch selten. Wenn von Baccarat die Rede ist, sind fast immer die Punto Banco Regeln gemeint, die auch der Tisch oben verwendet.
Wer die Baccarat Regeln auf Deutsch nachliest, stößt manchmal auf das Wort „Bakkarat“. Gemeint ist dasselbe Spiel. Auch die Ansagen am Tisch sind meist Französisch oder Englisch: „Player“ und „Banker“, „Tie“ für Unentschieden, „Natural“ für 8 oder 9 nach zwei Karten.
Provision und Hausvorteil
Jeder der drei Einsätze hat einen eigenen Hausvorteil. Bei acht Decks liegt er auf die Bank bei 1,06 %, auf den Spieler bei 1,24 % und auf das Unentschieden mit 8 : 1 bei rund 14,4 %. Die Bank ist damit trotz Provision der günstigste Einsatz. Das Unentschieden ist einer der teuersten Einsätze, die es in einer Spielbank gibt. Die Zahlen stammen aus einer exakten Berechnung über alle Kartenkombinationen; wie wir rechnen, steht unter Methodik.
Die Provision von 5 % sieht klein aus, ist aber der Grund, warum die Bank nicht zum Gewinnspiel wird. Ohne sie läge der Vorteil beim Spieler, der auf die Bank setzt. Mit ihr bleibt ein kleiner Vorteil beim Haus, ähnlich wie beim Blackjack mit perfekter Grundstrategie. Der Vergleich mit allen anderen Spielen steht auf der Seite Hausvorteil.
Baccarat-Strategie: was hilft und was nicht
Eine Baccarat-Strategie kann nur eines tun: den Einsatz mit dem kleinsten Hausvorteil wählen. Das ist die Bank. Mehr gibt es nicht zu optimieren, weil du nach dem Setzen keine Entscheidung mehr triffst. Viele Gäste führen Listen über vergangene Runden und setzen auf Serien oder auf ihr Ende. Das ändert nichts. Die nächste Runde weiß nicht, was vorher kam, und der Hausvorteil bleibt bei jedem Muster gleich.
Auch Kartenzählen, das beim Blackjack zumindest theoretisch hilft, bringt beim Baccarat praktisch nichts. Die Ziehregeln verteilen hohe und niedrige Karten fast gleichmäßig auf beide Hände. Selbst wenn du jede gespielte Karte kennst, verschiebt sich der Vorteil nur in sehr seltenen Momenten kurz vor dem Mischen, und dann nur um Bruchteile.
Setzsysteme, die den Einsatz nach Gewinnen oder Verlusten ändern, kennst du vielleicht vom Roulette. Auch beim Baccarat verschieben sie nur, wann du verlierst, nicht wie viel. Auf lange Sicht gewinnt das Haus. Lege vorher fest, wie viel du ausgeben willst, und hör danach auf.
Baccarat-Casino-Regeln: am Tisch in der Spielbank
Die Baccarat Casino Regeln in einer deutschen Spielbank sind dieselben Baccarat Regeln wie überall und entsprechen dem, was du am Tisch oben geübt hast. Gespielt wird meist mit sechs oder acht Decks aus einem Kartenschlitten. Der Tisch ist oval oder nierenförmig und hat nummerierte Plätze. Vor jedem Platz liegen die Felder für Spieler, Bank und Unentschieden. In vielen Häusern legt der Croupier für jeden Bank-Gewinn einen kleinen Marker neben deinen Platz, damit die Provision nicht bei jeder Runde einzeln abgerechnet werden muss. Du begleichst sie, bevor du den Tisch verlässt.
Bei manchen Tischen dürfen Gäste die Karten selbst aufdecken. Das ist ein Ritual und ändert nichts am Ergebnis, denn die Karten liegen fest, bevor jemand sie anschaut. An anderen Tischen deckt nur der Croupier auf. Wie es gehandhabt wird, steht in der Spielordnung des Hauses.
Am Eingang einer deutschen Spielbank zeigst du einen Ausweis. Das Mindestalter liegt je nach Bundesland bei 18 oder 21 Jahren, in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen bei 21; maßgeblich ist die Hausordnung der jeweiligen Spielbank. Wer im Sperrsystem OASIS eingetragen ist, kommt nicht hinein. Wenn Spielen nicht mehr Spaß macht, sondern Druck, findest du unter Spielerschutz Beratung und Hilfe.
Zum Schluss die Regeln Baccarat in drei Sätzen: Ass 1, Bilder 0, nur die Einerstelle zählt. Bei 8 oder 9 ist Schluss, sonst zieht der Spieler bis 5 und die Bank nach Tabelle. Die Bank hat den kleinsten Hausvorteil, das Unentschieden den größten. Wer danach ein Kartenspiel mit echten Entscheidungen sucht, findet es beim Poker oder beim Blackjack.
Häufige Fragen
Ein Kartenspiel, bei dem zwei Hände gegeneinander antreten: die des Spielers und die der Bank. Du setzt darauf, welche Hand näher an 9 Punkte kommt, oder auf ein Unentschieden. Gespielt wird in Spielbanken meist die Variante Punto Banco.
Beide Hände bekommen zwei Karten. Gezählt wird nur die Einerstelle der Summe, aus 7 und 8 werden also 5 Punkte. Ob eine dritte Karte kommt, regeln feste Ziehregeln. Am Ende gewinnt die Hand mit mehr Punkten, und wer auf sie gesetzt hat, wird ausgezahlt.
Du setzt auf Spieler, Bank oder Unentschieden, bevor die Karten kommen. Danach entscheidest du nichts mehr: Der Croupier teilt aus und zieht nach den Regeln. Die sechs Lektionen am Tisch oben zeigen den Ablauf Schritt für Schritt.
Tisch mit passendem Mindesteinsatz suchen, Chips auf ein Feld setzen, zuschauen. Mehr ist es nicht. Wer die Ziehregeln kennt, kann jede Runde mitverfolgen, beeinflussen kann er sie nicht.
Zwei Karten für Spieler und Bank, Punkte zählen ohne Zehnerstelle, bei 8 oder 9 ist sofort Schluss, sonst entscheiden die Ziehregeln über eine dritte Karte. Die höhere Hand gewinnt, Gleichstand ist ein Unentschieden.
Der Name wird meist vom italienischen Wort „baccara“ für null abgeleitet. Das passt zum Spiel, denn Zehnen und Bilder zählen dort null Punkte. Ganz sicher belegt ist die Herkunft nicht.
Eine feste deutsche Übersetzung gibt es nicht; man spricht vom Baccarat oder Bakkarat. Die Bezeichnungen der Variante Punto Banco kommen aus dem Italienischen und Spanischen: „Punto“ ist der Spieler, „Banco“ die Bank.
Die heute in Spielbanken übliche Form von Baccarat. Alle Ziehregeln sind festgelegt, niemand am Tisch trifft eine Entscheidung über die Karten. Die Gäste setzen nur auf Punto, Banco oder Unentschieden. Bei älteren Varianten wie Chemin de fer hielt ein Gast die Bank und durfte teilweise selbst entscheiden.
Asse zählen 1, Zehnen und Bilder 0, alle anderen Karten ihren Wert; von der Summe zählt nur die Einerstelle. Mit 8 oder 9 nach zwei Karten ist die Runde vorbei. Der Spieler zieht bei 0 bis 5, die Bank richtet sich nach einer festen Tabelle. Ein Gewinn auf die Bank kostet 5 % Provision.
Kurzfristig mit Glück, auf Dauer nicht. Den kleinsten Hausvorteil hat der Einsatz auf die Bank mit 1,06 %, der Spieler liegt bei 1,24 %. Das Unentschieden zahlt zwar 8 : 1, hat aber einen Hausvorteil von rund 14,4 %. Kein System über vergangene Runden ändert daran etwas.
Im Spiel heißt „Baccarat“ auch die schlechteste Hand: null Punkte, etwa aus König und Zehn. Für das Spiel selbst ist der Name ein Eigenname, abgeleitet vom italienischen „baccara“.
In den Spielregeln gibt es keine „Nägel“. Wahrscheinlich ist der „Natural“ gemeint: so heißt eine Hand mit 8 oder 9 Punkten aus den ersten zwei Karten. Liegt ein Natural, zieht niemand mehr, und die Runde ist entschieden.
Weil die Bank als Zweite zieht und dabei sieht, ob und welche dritte Karte der Spieler bekommen hat. Das macht ihre Entscheidungen besser. Über alle Runden gerechnet gewinnt die Bank in 45,9 % der Runden, der Spieler in 44,6 %. Die 5 % Provision gleichen diesen Vorsprung aus.
In etwa 9,5 % der Runden, also etwa einmal in zehn bis elf Runden. Setzt du auf Spieler oder Bank, bekommst du dann deinen Einsatz zurück.
Bei acht Decks: Bank 1,06 %, Spieler 1,24 %, Unentschieden mit 8 : 1 rund 14,4 %. Den Vergleich mit anderen Spielen findest du unter Hausvorteil.