Come-out und Point
Die Craps-Regeln drehen sich um eine Frage: Kommt eine bestimmte Summe vor der 7? Zwei Würfel ergeben 36 gleich wahrscheinliche Kombinationen, und keine Summe ist so häufig wie die 7 mit 6 davon. Die 6 und die 8 kommen auf je 5, die 5 und die 9 auf je 4, die 4 und die 10 auf je 3. Die 2 und die 12 gibt es nur einmal. Wer diese Zahlen kennt, versteht jede Quote am Tisch.
Jede Runde beginnt mit dem Come-out, dem ersten Wurf des Shooters. Für die Pass Line ist er besonders: Eine 7 oder 11 gewinnt sofort, eine 2, 3 oder 12 verliert sofort. Das nennt man „Craps“, daher der Name des Spiels. Alle anderen Summen, also 4, 5, 6, 8, 9 oder 10, werden zum Point. Der Dealer legt dann einen Puck mit der Aufschrift „ON“ auf diese Zahl, damit alle am Tisch sehen, worum es geht.
Ab jetzt würfelt der Shooter weiter, so lange, bis entweder der Point noch einmal fällt oder die 7. Der Point gewinnt für die Pass Line, die 7 verliert. Alle anderen Summen sind für die Linie bedeutungslos, auch eine 2 oder 12 ist jetzt kein Craps mehr. Wie groß die Chance ist, hängt vom Point ab: Bei 6 oder 8 steht es 5 zu 6 gegen dich, bei 5 oder 9 4 zu 6, bei 4 oder 10 nur 3 zu 6. Ein Point 4 ist also deutlich schwerer zu treffen als ein Point 6.
Zusammengerechnet gewinnt die Pass Line in 49,29 % aller Runden. Der kleine Vorsprung der Bank kommt nicht aus dem Come-out, denn dort liegt der Spieler mit 8 zu 4 vorn. Er entsteht in der Point-Phase, in der die 7 jedem Point überlegen ist. Wenn du die Craps-Regeln einfach im Kopf behalten willst: Im ersten Wurf hilft dir die 7, danach ist sie dein Gegner.
Die wichtigsten Einsätze
Am Craps-Tisch gibt es Dutzende Felder, aber nur eine Handvoll ist für den Anfang wichtig. Der Übungstisch oben zeigt die üblichsten. Neben jedem Einsatz steht seine Quote und der Hausvorteil, den wir aus den 36 Würfen ausgerechnet haben.
Pass Line und Don't Pass
Die Pass Line ist der Grundeinsatz: Du spielst mit dem Shooter, gewinnst mit Natural oder Point und zahlst 1 : 1. Der Hausvorteil liegt bei 1,41 %. Don't Pass ist das Gegenteil, du spielst gegen den Shooter. Die 2 und 3 im Come-out gewinnen für dich, die 7 und 11 verlieren, und nach dem Point gewinnst du, wenn die 7 zuerst kommt. Damit Don't Pass nicht zum Vorteil für die Spieler wird, ist die 12 im Come-out ein Unentschieden, die sogenannte Bar 12. Übrig bleiben 1,36 % Hausvorteil, ein wenig weniger als auf der Pass Line.
Come und Don't Come funktionieren genauso wie Pass Line und Don't Pass, nur setzt du sie, nachdem der Point schon steht. Der nächste Wurf ist dann dein eigener Come-out. Am Übungstisch sind sie nicht dabei, weil sie dieselbe Mathematik haben.
Odds: der Einsatz ohne Hausvorteil
Steht ein Point, darfst du hinter deine Pass Line einen zusätzlichen Einsatz legen, die Odds. Er gewinnt, wenn der Point vor der 7 fällt, und zahlt genau die wahre Quote: 2 zu 1 auf 4 und 10, 1,5 zu 1 auf 5 und 9, 1,2 zu 1 auf 6 und 8. Damit hat dieser Teil des Einsatzes keinen Hausvorteil. Wie viel Odds erlaubt sind, regelt das Haus, oft ein Vielfaches des Linieneinsatzes; am Übungstisch ist es das Dreifache. Je mehr deines Einsatzes in den Odds steckt, desto kleiner wird der Hausvorteil auf das Ganze, ganz verschwinden kann er nicht.
Place, Field und Einzelwürfe
Mit einem Place-Einsatz setzt du direkt darauf, dass eine Zahl vor der 7 fällt. Place 6 und 8 zahlen 7 : 6 und kosten 1,52 %, Place 5 und 9 zahlen 7 : 5 bei 4,00 %, Place 4 und 10 zahlen 9 : 5 bei 6,67 %. Die Field-Wette entscheidet ein einziger Wurf: 2, 3, 4, 9, 10, 11 oder 12 gewinnt, 5, 6, 7 oder 8 verliert. Zahlt die 12 dreifach, liegt der Hausvorteil bei 2,78 %, zahlen 2 und 12 nur doppelt, bei 5,56 %.
In der Mitte des Tisches liegen die Einzelwürfe und die Hardways. Sie locken mit hohen Quoten und sind die teuersten Einsätze am Tisch. Any Seven zahlt 4 : 1 und kostet 16,67 %, Any Craps 11,11 %, die 11 (Yo) 11,11 %. Hard 6 und Hard 8 gewinnen nur mit 3 + 3 oder 4 + 4, bevor eine 7 oder die „weiche“ Summe fällt; das kostet 9,09 %. Hard 4 und Hard 10 liegen bei 11,11 %.
Hausvorteil beim Craps
Craps ist ein Spiel der Extreme. Pass Line und Don't Pass gehören mit 1,41 % und 1,36 % zu den günstigsten Einsätzen im ganzen Casino, ähnlich wie die einfachen Chancen beim französischen Roulette. Mit Odds wird der Anteil noch kleiner. Die Einsätze in der Tischmitte liegen dagegen bei bis zu 16,67 %, am teuersten ist Any Seven.
Die Regel dahinter ist dieselbe wie beim Roulette. Jede Quote liegt etwas unter dem fairen Wert. Für die 11 ist die Chance 2 von 36, fair wären also 17 zu 1, gezahlt werden 15 : 1. Die Differenz ist der Hausvorteil. Ein Würfelsystem, das daran etwas ändert, gibt es nicht. Die Würfel sind unabhängig, und kein Wurf weiß, was vorher gefallen ist. Eine Übersicht über alle Spiele steht auf der Seite Hausvorteil.
Craps im Casino: Tisch, Shooter und Ablauf
Der Craps-Tisch ist tief wie eine Wanne und rundum gepolstert. Auf beiden Längsseiten ist das gleiche Layout aufgedruckt, damit Gäste von beiden Enden aus setzen können. In der Mitte stehen die Einzelwürfe. Am Tisch arbeiten meist mehrere Angestellte: Der Stickman schiebt die Würfel mit einem gebogenen Stab zum Shooter und sagt die Ergebnisse an, zwei Dealer zahlen aus und ziehen ein, und ein Boxman beaufsichtigt das Spiel.
Die Würfel wandern im Uhrzeigersinn von Gast zu Gast. Wer an der Reihe ist, wählt zwei Würfel aus den angebotenen aus, wirft sie mit einer Hand und so, dass sie die gegenüberliegende Bande treffen. Der Shooter bleibt so lange dran, bis er ein Seven-out wirft. Du musst nicht werfen, wenn du nicht willst, und darfst auch ohne Einsatz auf der Linie nur zusehen.
Die Casino-Craps-Regeln sind überall ähnlich, die Details setzt aber das Haus: wie viel Odds erlaubt sind, was die 12 im Field zahlt und welche Einsätze es überhaupt gibt. Das steht auf dem Tisch oder in der Spielordnung. Gespielt wird in einer deutschen Spielbank je nach Bundesland ab 18 oder ab 21 – in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen ab 21; maßgeblich ist die Hausordnung der jeweiligen Spielbank. Wer im Sperrsystem OASIS eingetragen ist, darf nicht spielen.
Ohne Tisch gibt es auch Street Craps, das Würfelspiel auf der Straße, aus dem das Casino-Spiel entstanden ist. Die Regeln für Street Craps folgen derselben Logik mit Come-out und Point, aber ohne Bank: Die Spieler wetten untereinander, und es gibt weder Place- noch Field-Felder.
Kann man beim Craps gewinnen?
In einer Runde gewinnst du oft, auf der Pass Line knapp in der Hälfte der Fälle. Auf Dauer bleibt aber bei jedem Einsatz der Hausvorteil, außer bei den Odds, und die gibt es nur zusammen mit einem Einsatz, der ihn hat. Am wenigsten verlierst du im Schnitt, wenn du Pass Line oder Don't Pass spielst, Odds dazulegst und die Tischmitte meidest.
Wenn du Craps mit einem anderen Würfelspiel vergleichen willst, sieh dir Sic Bo an: drei Würfel, keine Runden mit Point, jeder Wurf entscheidet alles. Craps ist Unterhaltung mit festem Budget, kein Weg zu Geld. Wenn du merkst, dass du Verlusten hinterherwürfelst, findest du auf der Seite Spielerschutz Beratungsstellen. Die Spielchips am Übungstisch haben keinen Wert, hier wird nur gelernt.
Häufige Fragen
Ein Spieler, der Shooter, wirft zwei Würfel. Der erste Wurf heißt Come-out: Eine 7 oder 11 gewinnt auf der Pass Line, eine 2, 3 oder 12 verliert. Jede andere Summe wird zum Point. Dann wird weitergewürfelt, bis der Point noch einmal fällt (Pass Line gewinnt) oder die 7 kommt (Pass Line verliert). Neben der Linie gibt es viele Einsätze, die nach einem einzigen Wurf entschieden werden.
Du legst vor dem Come-out Jetons auf die Pass Line oder auf Don't Pass und wartest den Wurf ab. Steht ein Point, kannst du hinter der Pass Line Odds dazusetzen, die ohne Hausvorteil zur wahren Quote zahlen. Wenn du an der Reihe bist, wirfst du selbst: mit einer Hand, beide Würfel gegen die gegenüberliegende Bande. Am Übungstisch oben kannst du das mit Spielchips ohne Wert ausprobieren.
Craps ist ein Würfelspiel mit zwei Würfeln, das im Casino an einem eigenen, wannenförmigen Tisch gespielt wird. Gesetzt wird auf die Summe der Würfel: entweder auf den Ausgang einer ganzen Runde (Pass Line, Don't Pass) oder auf einzelne Würfe. Mit 6 von 36 Kombinationen ist die 7 die häufigste Summe, und um sie dreht sich fast jede Regel.
Ein reines Glücksspiel gegen die Bank, bei dem mehrere Gäste gleichzeitig auf dieselben Würfe setzen. Geschick beim Werfen spielt keine Rolle, die Würfel müssen die Bande treffen. Craps hat einige der günstigsten Einsätze im Casino, etwa die Pass Line mit 1,41 % Hausvorteil, und einige der teuersten, etwa Any Seven mit 16,67 %.
In einer Runde gewinnst du auf der Pass Line mit einer 7 oder 11 im Come-out oder wenn der Point vor der 7 fällt. Das passiert in 49,29 % der Runden, also knapp weniger als in der Hälfte. Auf Dauer gewinnt die Bank, bei jedem Einsatz außer den Odds. Am wenigsten verlierst du im Schnitt mit Pass Line oder Don't Pass plus Odds.
„Craps“ heißt im Spiel ein Come-out-Wurf mit 2, 3 oder 12. Damit verliert die Pass Line sofort, ohne dass ein Point entsteht. Für Don't Pass gewinnen die 2 und die 3, die 12 ist ein Unentschieden. Danach beginnt gleich die nächste Runde mit einem neuen Come-out.