casinospielregeln.de
Ratgeber · 7 Min Lesezeit · mit Entscheidungsbaum

Muss man Casino-Gewinne versteuern? Die Rechtslage in Deutschland

Ein schöner Gewinn in der Spielbank wirft schnell die Frage auf, ob das Finanzamt mitverdient. Hier steht, was in Deutschland für Spielgewinne gilt, wo die Ausnahmen liegen und wann du besser eine Steuerberatung fragst.

Fazit in einem SatzPrivate Spielgewinne sind steuerfrei – Zinsen darauf und berufsmäßiges Poker nicht.
Allgemeine Information, keine SteuerberatungRedaktion casinospielregeln.de
In drei Fragen

Muss ich meinen Gewinn versteuern?

Wo hast du gewonnen?
Wie spielst du?
Legst du den Gewinn verzinst an?
Ergebnis Beantworte die drei Fragen

Das Ergebnis zeigt dir, was nach geltendem Recht für Spielgewinne gilt.

Allgemeine Information, keine Steuerberatung.

Alle Ergebnisse auf einen Blick

  • Du spielst in deiner Freizeit, egal wo: Der Gewinn selbst ist steuerfrei. Gewinne aus Glücksspiel gehören für private Spieler zu keiner der Einkunftsarten des § 2 EStG. Darum sind sie nicht einkommensteuerpflichtig.
  • Du spielst Poker planmäßig als Einnahmequelle: Der Gewinn kann steuerpflichtig sein. Wer Poker planmäßig wie einen Beruf betreibt, kann gewerblich tätig sein. Der Bundesfinanzhof hat das für Online-Texas-Hold'em entschieden (BFH, X R 8/21, 22.02.2023). Die Gewinne sind dann steuerpflichtig.
  • Du spielst Spielbank, Automat oder Lotterie planmäßig als Einnahmequelle: Das entscheidet das Finanzamt. Für reine Glücksspiele gibt es dazu keine Regel, die wir dir als sicher nennen können. Im Einzelfall entscheidet das Finanzamt, frag vorher eine Steuerberatung.
  • Du legst den Gewinn verzinst an: Die Zinsen, die dein angelegter Gewinn bringt, sind Einkünfte aus Kapitalvermögen und werden besteuert, so wie alle anderen Zinsen auch.

Muss man Casino-Gewinne versteuern?

Für die meisten Spieler lautet die Antwort: nein. Das deutsche Einkommensteuergesetz zählt in § 2 auf, welche Einkünfte besteuert werden, zum Beispiel aus Arbeit, aus einem Gewerbe oder aus Kapitalvermögen. Gewinne aus Glücksspiel gehören für private Spieler zu keiner dieser Einkunftsarten. Darum sind sie nicht einkommensteuerpflichtig.

Das gilt unabhängig von der Höhe. Ob du am Roulettetisch 50 Jetons oder am Automaten einen Jackpot gewinnst, macht für die Einkommensteuer keinen Unterschied. Eine Betragsgrenze, ab der ein Freizeitspieler seinen Gewinn versteuern müsste, gibt es nicht. Der Grund ist einfach: Was gar nicht zu den Einkünften zählt, kann auch keine Grenze überschreiten.

Diese Regel ist keine Besonderheit der Spielbank. Sie folgt aus dem Aufbau des Einkommensteuergesetzes und gilt deshalb für jede Form von Glücksspiel, die du privat betreibst. Ein privater Gewinn ist für das Finanzamt kein Einkommen, sondern liegt außerhalb der Einkunftsarten, die das Gesetz aufzählt.

Reihe unbeschrifteter Ordner in Pflaume und Lavendel auf einem weißen Regal, davor eine Lesebrille (mit AI erstelltes Bild) AI
Mit AI erstelltes Bild. Gewinne aus der Spielbank sind in Deutschland für Freizeitspieler in der Regel steuerfrei.

In der Spielbank und am Automaten

Gewinnst du in einer Spielbank, am Roulette, beim Blackjack oder am Spielautomaten, gilt die Grundregel ohne Einschränkung. Als Freizeitspieler zahlst du auf diesen Gewinn keine Einkommensteuer, weil er keiner Einkunftsart zugeordnet ist. Das gilt für den kleinen Gewinn am Automaten genauso wie für einen großen Treffer am Tisch.

Bei Lotterien

Für Lotto, KENO und andere Lotterien gilt dasselbe. Der Gewinn aus dem Spielschein ist für private Spieler kein Einkommen. Wer einen großen Gewinn bekommt, merkt die Steuer erst später, und zwar bei den Erträgen, die das Geld bringt, sobald es angelegt ist. Wie Lotto KENO selbst funktioniert, steht auf unserer Seite zu Keno.

Ausnahmen: wann doch Steuern anfallen

Die Grundregel hat zwei wichtige Ausnahmen. Die eine betrifft fast jeden, der viel gewinnt. Die andere betrifft nur sehr wenige Spieler, wird aber oft diskutiert.

Zinsen und Erträge aus dem Gewinn

Sobald du einen Gewinn anlegst, arbeitet er wie jedes andere Ersparte. Die Zinsen, die er auf einem Tagesgeldkonto oder in einer anderen Anlage bringt, sind Einkünfte aus Kapitalvermögen. Sie werden besteuert wie alle anderen Zinsen auch. Der Gewinn bleibt steuerfrei, die Erträge darauf nicht.

Berufsspieler beim Poker

Poker unterscheidet sich von Roulette oder Automaten: Dort spielst du gegen andere Menschen, und Können entscheidet über viele Hände mit. Wer Poker planmäßig und als Einnahmequelle betreibt, kann deshalb gewerblich tätig sein. Der Bundesfinanzhof hat das für einen Spieler entschieden, der online Texas Hold'em gespielt hat (BFH, X R 8/21, 22.02.2023). Seine Gewinne waren steuerpflichtig.

Schon früher hat der Bundesfinanzhof festgehalten, dass das Einkommensteuergesetz die Besteuerung nicht davon abhängig macht, ob ein Spiel rechtlich als Glücksspiel gilt (BFH, X R 43/12, 16.09.2015). Entscheidend ist also nicht der Name des Spiels, sondern wie jemand spielt. Ab welchem Umfang und welcher Regelmäßigkeit das Spielen zum Gewerbe wird, legt kein fester Wert fest. Im Einzelfall entscheidet das Finanzamt.

Hobby oder Gewerbe: worauf das Gericht schaut

Im Pokerurteil von 2023 hat der Bundesfinanzhof die Frage so gestellt: Spielt jemand, weil es ihm Spaß macht, wie ein Hobbyspieler? Oder überwiegen Merkmale, die man von einem Unternehmen kennt? Für die zweite Antwort sprechen nach dem Urteil vor allem ein planmäßiges Vorgehen, das gezielte Ausnutzen eines Marktes mit eigener Erfahrung und ein hoher Einsatz an Zeit und Geld. Ein einzelner großer Gewinn macht noch keinen Berufsspieler. Wer gelegentlich mit Freunden spielt oder ab und zu ein Turnier besucht, ist nach diesen Merkmalen weit davon entfernt. Spätere Entscheidungen haben dieselben Maßstäbe auch auf andere Pokervarianten angewendet. Für Roulette, Automaten oder Lotterien, bei denen Können keine Rolle spielt, ergibt sich aus diesen Urteilen kein Gewerbe.

Für den Freizeitspieler am Pokertisch ändert das nichts. Wer ab und zu ein Turnier spielt oder mit Freunden eine Runde am Küchentisch, betreibt kein Gewerbe. Die Regeln des Spiels selbst findest du auf der Seite zum Poker.

Reine Glücksspiele als Beruf

Ob jemand, der sehr viel am Roulette oder am Automaten spielt, ebenfalls als gewerblich gelten kann, ist eine Frage, die wir dir nicht als sicher beantworten können. Bei reinen Glücksspielen hängt das Ergebnis nicht vom Können ab. Wenn du in diese Lage kommst, entscheidet im Einzelfall das Finanzamt, und eine Steuerberatung sollte deinen Fall vorher prüfen.

Kleine Bronzefigur der Justitia mit Waage auf einem hellen Schreibtisch (mit AI erstelltes Bild) AI
Mit AI erstelltes Bild. Ob ein Gewinn steuerpflichtig ist, entscheiden am Ende Finanzamt und Gerichte im Einzelfall.

Drei Beispiele aus dem Alltag

Die Regeln werden greifbarer, wenn man sie an typischen Fällen durchspielt. Die drei Beispiele zeigen, wie sich die Grundregel und ihre Ausnahmen auswirken. Sie ersetzen keine Prüfung deines eigenen Falls.

Der Abend in der Spielbank

Eine Freizeitspielerin besucht zweimal im Jahr eine Spielbank und gewinnt an einem Abend am Roulettetisch einen größeren Betrag. Sie spielt zur Unterhaltung und nicht, um damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Gewinn gehört zu keiner Einkunftsart und ist damit nicht einkommensteuerpflichtig. Ob der Betrag klein oder groß ist, spielt dafür keine Rolle.

Der Lottogewinn auf dem Tagesgeldkonto

Ein Spieler gewinnt bei einer Lotterie und legt das Geld auf ein Tagesgeldkonto. Der Gewinn selbst bleibt steuerfrei. Die Zinsen, die das Konto in den folgenden Jahren bringt, sind aber Einkünfte aus Kapitalvermögen. Für sie gelten dieselben Regeln wie für die Zinsen auf jedes andere Ersparte.

Der Pokerspieler mit festem Plan

Ein Spieler verbringt einen großen Teil seiner Zeit am Online-Pokertisch, spielt nach Plan und lebt von den Gewinnen. In einem solchen Fall hat der Bundesfinanzhof eine gewerbliche Tätigkeit angenommen (BFH, X R 8/21, 22.02.2023). Die Gewinne waren dort steuerpflichtig. Ob das auf einen anderen Spieler genauso zutrifft, entscheidet im Einzelfall das Finanzamt.

Häufige Irrtümer

Ein verbreiteter Irrtum lautet, ab einer bestimmten Summe müsse jeder Gewinn versteuert werden. Für private Spieler gibt es eine solche Grenze nicht, weil ihr Gewinn gar nicht zu den Einkünften zählt. Die Höhe allein macht aus einem Spielgewinn kein Einkommen.

Ein zweiter Irrtum: Wer oft spielt, sei automatisch Berufsspieler. Häufiges Spielen allein reicht dafür nicht. Beim Poker kam es im entschiedenen Fall darauf an, dass jemand planmäßig und als Einnahmequelle gespielt hat. Wo die Grenze im Einzelfall liegt, legt kein fester Wert fest.

Ein dritter Irrtum betrifft die Zinsen. Manche glauben, mit dem Gewinn sei auch alles steuerfrei, was später daraus entsteht. Das stimmt nicht: Die Erträge aus dem angelegten Geld werden besteuert wie alle anderen Kapitalerträge.

Spielautomaten und Steuern

Wer nach Spielautomaten und Steuern sucht, stößt oft auf Begriffe wie Vergnügungssteuer oder Umsatzsteuer. Diese Abgaben betreffen in der Regel die Betreiber der Geräte und nicht deinen Gewinn. Für dich als Spieler am Automaten gilt dieselbe Grundregel wie am Tisch: Der private Gewinn ist kein Einkommen. Wie hoch Abgaben für Aufsteller in einer Stadt sind, regeln Länder und Gemeinden unterschiedlich. Das hat mit deiner Steuererklärung nichts zu tun.

Für die Auszahlung am Automaten spielt das ebenfalls keine Rolle. Was das Gerät auszahlt, hängt allein von seiner Auszahlungsquote ab. Wie diese Quote zustande kommt, erklärt die Seite zu den Spielautomaten.

Wenn du unsicher bist

Diese Seite gibt dir einen allgemeinen Überblick über die Rechtslage in Deutschland. Sie ist keine Steuerberatung und ersetzt keine Prüfung deines eigenen Falls. Steuerrecht ändert sich, und bei hohen Beträgen oder regelmäßigem Spiel kommt es auf Einzelheiten an.

Wenn du viel gewonnen hast oder sehr regelmäßig spielst, sprich mit einer Steuerberatung oder frag beim Finanzamt nach. Es hilft, Belege über größere Auszahlungen aufzuheben, etwa die Quittung der Kasse. So kannst du später zeigen, woher ein Betrag auf deinem Konto stammt.

Und wenn du merkst, dass du spielst, um Geld zu verdienen oder Verluste zurückzuholen, ist das ein Warnsignal. Auf unserer Seite zum Spielerschutz findest du kostenlose und anonyme Beratung.

Häufige Fragen

Als Freizeitspieler in Deutschland in der Regel nicht. Gewinne aus Glücksspiel gehören für private Spieler zu keiner der Einkunftsarten des § 2 EStG und sind darum nicht einkommensteuerpflichtig. Das gilt für die Spielbank, den Spielautomaten und die Lotterie. Dies ist eine allgemeine Information, keine Steuerberatung.

Der Gewinn selbst nicht, solange du privat spielst. Was du später damit verdienst, aber schon: Legst du das gewonnene Geld an, sind die Zinsen Einkünfte aus Kapitalvermögen und werden wie alle anderen Zinsen besteuert.

Eine Betragsgrenze gibt es nicht, weil private Spielgewinne gar keine Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes sind. Anders kann es aussehen, wenn jemand planmäßig wie ein Beruf spielt. Beim Poker hat der Bundesfinanzhof das als gewerbliche Tätigkeit eingeordnet. Im Einzelfall entscheidet das Finanzamt.

Für einen einzelnen Gewinn am Automaten oder am Roulettetisch gilt dasselbe wie für viele: Als Freizeitspieler musst du ihn nicht versteuern, auch nicht einen hohen Betrag. Steuerpflichtig werden erst die Zinsen, wenn du das Geld anlegst.

Wer Poker in der Freizeit spielt, versteuert seine Gewinne nicht. Wer es planmäßig als Einnahmequelle betreibt, kann gewerblich tätig sein. Der Bundesfinanzhof hat das für Online-Texas-Hold'em entschieden (BFH, X R 8/21, 22.02.2023); die Gewinne sind dann steuerpflichtig. Wo die Grenze im Einzelfall liegt, klärst du mit dem Finanzamt oder einer Steuerberatung.

Weiter lernen