Wie funktioniert Bingo? 75 und 90 Kugeln
Bingo ist eines der wenigen Glücksspiele, die du in zwei Minuten vollständig verstehst. Ein Spielleiter, der Caller, zieht Kugeln mit Zahlen aus einer Trommel. Alle Mitspieler haben Scheine mit Zahlen vor sich und markieren jede ausgerufene Zahl, die bei ihnen steht. Wer zuerst ein vorher angesagtes Muster voll hat, ruft „Bingo“ und gewinnt. Mehr steckt in den Bingo-Regeln nicht. Kein Mitspieler trifft eine Entscheidung, die das Ergebnis ändert; es zählt allein, welche Kugeln in welcher Reihenfolge fallen.
Wie funktioniert Bingo in der Praxis? Es gibt zwei große Familien, und sie unterscheiden sich vor allem in der Zahl der Kugeln. In Nordamerika wird meist mit 75 Kugeln gespielt, in Großbritannien, Irland und Australien mit 90. Die Tabelle oben zeigt die Unterschiede auf einen Blick, und am Tisch ganz oben kannst du mit dem Schalter zwischen beiden Formen wechseln. In Deutschland begegnen dir beide: das 75-Kugel-Spiel mit dem bekannten 5 × 5-Raster und das 90-Kugel-Spiel mit seinem langen, schmalen Schein.
Der Caller und die Trommel
Die Kugeln liegen in einer Trommel oder einem Gerät, das sie mit Luft durcheinanderwirbelt. Der Caller zieht eine Kugel, liest die Zahl laut vor und legt die Kugel auf eine Tafel mit allen Zahlen. So kann jeder nachsehen, was schon gezogen wurde. Beim 75-Kugel-Bingo nennt der Caller den Buchstaben der Spalte mit, also „B 12“ oder „G 51“, damit du sofort weißt, wo du suchen musst. Im britischen Bingo gibt es dafür Spitznamen für viele Zahlen, die in Hallen bis heute zu hören sind.
Wie viele Zahlen werden gezogen?
Eine feste Zahl gibt es nicht: Gezogen wird, bis jemand das Muster voll hat. Bei einer Linie durch die freie Mitte eines 75-Kugel-Scheins reichen im besten Fall 4 Kugeln, für den ganzen Schein braucht es mindestens 24. Interessanter ist der Schnitt. Spielt nur ein einziger Schein, ist er im Schnitt erst nach etwa 73 von 75 Kugeln komplett, beim 90-Kugel-Bingo nach etwa 85 von 90. In einem vollen Saal geht es viel schneller, weil von Hunderten Scheinen einer früh Glück hat. Darum ist eine Runde mal nach wenigen Minuten vorbei und zieht sich ein anderes Mal.
Bingo-Regeln einfach erklärt: der Schein und seine Varianten
Wer die Bingo Regeln einfach erklärt haben will, fängt am besten beim Schein an, denn an ihm hängt alles andere. Ein Schein ist kein beliebiges Zahlengitter. Jede Spalte hat einen festen Zahlenbereich, damit der Caller und die Spieler schnell suchen können und kein Schein eine Zahl doppelt trägt.
Der Schein mit 75 Kugeln
Fünf Spalten tragen die Buchstaben B, I, N, G und O. In der Spalte B stehen fünf Zahlen aus 1–15, in I aus 16–30, in N aus 31–45, in G aus 46–60 und in O aus 61–75. Jede Spalte deckt also 15 Zahlen ab, von denen fünf auf dem Schein landen. Die Mitte, das dritte Feld der Spalte N, ist frei und zählt von Anfang an als markiert. Damit hat der Schein 24 Zahlen. Weil die Spalten so streng aufgebaut sind, gibt es trotzdem Milliarden verschiedener Scheine, und zwei Spieler mit demselben Schein sind in der Praxis ausgeschlossen.
Der Schein mit 90 Kugeln
Der britische Schein ist breiter: 3 Reihen, 9 Spalten, 15 Zahlen. In jeder Reihe stehen genau 5 Zahlen, die anderen vier Felder bleiben leer. Die erste Spalte trägt Zahlen von 1–9, die zweite von 10–19 und so weiter bis 80–90 in der letzten. Innerhalb einer Spalte stehen die Zahlen von oben nach unten aufsteigend. 6 solcher Scheine bilden einen Streifen, auf dem jede Zahl von 1 bis 90 genau einmal vorkommt. Wer einen ganzen Streifen spielt, markiert also bei jeder Kugel genau eine Zahl.
Beim 90 Ball Bingo regeln drei Gewinnstufen eine Runde: zuerst eine volle Reihe, dann zwei volle Reihen auf demselben Schein, zum Schluss das volle Haus mit allen 15 Zahlen. Nach jedem Treffer wird weitergezogen, bis auch die nächste Stufe vergeben ist. In der Demo oben kannst du das mit „Bis zum vollen Schein“ in einem Zug durchspielen; ein Klick auf „Den ganzen Streifen zeigen“ macht die 6 Scheine sichtbar.
Bilderbingo, Wörterbingo und Musikbingo
Für Kinder und für den Unterricht ersetzt man die Zahlen durch Bilder oder Wörter. Beim Bilderbingo zieht der Spielleiter eine Bildkarte, etwa einen Apfel, und wer den Apfel auf seinem Schein hat, deckt ihn mit einem Plättchen ab. Die Karten sind meist kleiner, 3 × 3 oder 4 × 4 Felder, damit eine Runde kurz bleibt. Wörterbingo funktioniert genauso mit Vokabeln oder Begriffen, Musikbingo mit Liedtiteln, die der Spielleiter anspielt. Die Bingo-Regeln einfach zu übertragen ist genau der Grund, warum es so viele Varianten gibt: Solange jedes Motiv einmal gezogen wird und die Scheine verschieden sind, bleibt das Spiel fair.
Wann hast du Bingo? Die Gewinnmuster
Beim 75-Kugel-Bingo legt der Caller vor jeder Runde ein Muster fest. Am häufigsten ist die Linie: fünf Felder in einer Reihe, einer Spalte oder einer Diagonale. Die zwei Diagonalen und die mittlere Reihe und Spalte laufen durch das freie Feld und brauchen deshalb nur vier gezogene Zahlen. Beliebt sind auch die vier Ecken, ein Rahmen aus allen Randfeldern, ein Buchstabe wie T oder X und der volle Schein, im Englischen „Blackout“ oder „Coverall“. Je mehr Felder ein Muster hat, desto länger dauert die Runde.
Beim 90-Kugel-Bingo stehen die Muster fest. Eine Reihe zählt nur waagerecht, Spalten oder Diagonalen gibt es nicht. Hast du alle 5 Zahlen einer Reihe markiert, rufst du; wer danach als Erster zwei Reihen auf einem Schein voll hat, gewinnt die zweite Stufe, und das volle Haus beendet die Runde.
Wichtig ist das Rufen. Bingo hast du erst, wenn du es laut sagst, bevor die nächste Kugel gezogen ist. Verpasst du den Moment und der Caller zieht weiter, gilt dein Treffer oft nicht mehr; beim 75 und beim 90 Ball Bingo regeln das die Hausregeln der Halle. Hast du dich vertan, etwa eine Zahl falsch markiert, passiert nichts weiter: Der Caller stellt den Fehler fest, und das Spiel läuft weiter. Haben zwei Spieler mit derselben Kugel Bingo, wird der Preis in der Regel geteilt.
Gewinnchancen beim Bingo
Beim Bingo spielt jeder Schein gegen alle anderen, nicht gegen die Bank. Deshalb hängt deine Chance fast nur von einer Zahl ab: wie viele Scheine in der Runde mitspielen. Jede Kugel ist gleich wahrscheinlich, und jeder Schein hat damit dieselbe Chance, als Erster fertig zu sein. Bei 100 Scheinen im Saal gewinnt deiner im Schnitt eine von 100 Runden. Spielst du fünf davon, sind es fünf von 100, du setzt dann aber auch das Fünffache ein.
Ob du Glückszahlen wählst, wo du sitzt oder wie lange eine Zahl schon nicht mehr gefallen ist, ändert nichts. Die Trommel hat kein Gedächtnis: Jede noch nicht gezogene Kugel hat beim nächsten Zug genau dieselbe Chance wie jede andere. Wenn in einer Halle um Geld gespielt wird, behält der Veranstalter einen Teil der Einsätze ein, bevor die Preise verteilt werden. Wie groß dieser Teil ist, legt jeder Veranstalter selbst fest. Er ist der Grund, warum Bingo auf Dauer kein Weg ist, Geld zu verdienen, sondern ein Spiel für einen geselligen Abend.
Wenn Bingo vom Zeitvertreib zum Druck wird, wenn du mehr Scheine kaufst als geplant oder Verluste zurückholen willst, findest du unter Spielerschutz Hinweise und Beratungsstellen. Die Demo oben arbeitet ganz ohne Einsatz.
Bingo selbst spielen: zu Hause, im Verein, im Saal
Für eine Runde zu Hause brauchst du wenig: Scheine, Stifte und eine Möglichkeit, Zahlen zufällig zu ziehen. Das kann eine Trommel sein, ein Säckchen mit nummerierten Holzplättchen oder einfach die Demo auf dieser Seite. Wichtig ist nur, dass jeder Spieler einen anderen Schein hat und jede Zahl genau einmal gezogen wird. Einer übernimmt die Rolle des Callers, ruft die Zahlen deutlich aus und legt die gezogenen Kugeln zur Seite, damit am Ende jeder Bingo-Ruf geprüft werden kann.
Für Kinder eignen sich Bilderscheine mit 3 × 3 Feldern und als Gewinn eine volle Reihe. Bei Erwachsenen funktioniert das 75-Kugel-Spiel mit wechselnden Mustern gut: erst eine Linie, dann die vier Ecken, zum Schluss der volle Schein. Im Verein und im Altenheim ist Bingo seit Jahrzehnten ein fester Termin, weil es keine Vorkenntnisse braucht, niemanden ausschließt und nebenbei die Konzentration trainiert. Wer schlecht sieht, bekommt Scheine mit großen Zahlen; wer schlecht hört, schaut auf die Tafel.
In großen Bingohallen läuft es schneller. Elektronische Anzeigen zeigen jede Kugel, Profis spielen mehrere Scheine gleichzeitig und markieren mit dicken Stiften, den Daubern. Der Ablauf ist aber derselbe wie am Küchentisch. Wer die Bingo-Regeln einmal verstanden hat, findet sich in jeder Halle zurecht. Die Fernsehlotterie mit dem Namen „BINGO! Die Umweltlotterie“ hat eigene Teilnahmebedingungen, die diese Seite nicht beschreibt; maßgeblich sind dort die Angaben des Veranstalters.
Woher kommt Bingo?
Die Wurzeln reichen weit zurück. Meist wird die italienische Lotterie des 16. Jahrhunderts als Vorläufer genannt. In Frankreich entstand daraus ein Spiel mit Zahlenkarten in Reihen, das dem heutigen Schein mit 90 Kugeln schon sehr ähnlich war. In den USA spielte man auf Jahrmärkten „Beano“, weil getrocknete Bohnen als Marker dienten. Ende der 1920er-Jahre bekam das Spiel dort seinen heutigen Namen. Der Legende nach rief eine aufgeregte Gewinnerin „Bingo“ statt „Beano“, und das Wort blieb.
Heute sind beide großen Formen weltweit verbreitet. Wie funktioniert Bingo so lange schon ohne Änderung? Die Antwort liegt in der Einfachheit: Ein Spiel, das jeder in einer Minute versteht, braucht keine neuen Regeln. Neue Varianten ändern meist nur, was auf dem Schein steht, nicht wie gespielt wird.
Häufige Fragen
Jeder Mitspieler hat einen Schein mit Zahlen. Ein Spielleiter, der Caller, zieht nacheinander Kugeln aus einer Trommel und ruft die Zahlen aus. Steht eine Zahl auf deinem Schein, markierst du sie. Wer zuerst ein vorher angesagtes Muster komplett hat, ruft „Bingo“ und gewinnt, nachdem der Caller den Schein geprüft hat. Gespielt wird meist mit 75 oder 90 Kugeln.
Du bekommst einen oder mehrere Scheine und einen Stift oder Marker. Dann hörst du zu: Bei jeder ausgerufenen Zahl suchst du sie auf deinen Scheinen und streichst sie an. Sobald du das Gewinnmuster der Runde voll hast, rufst du laut „Bingo“. Der Caller vergleicht deine Zahlen mit den gezogenen Kugeln; stimmt alles, ist die Runde vorbei.
Kurz gesagt: Kugel ziehen, Zahl ausrufen, Zahl auf dem Schein markieren. Das wiederholt sich, bis jemand das Muster der Runde voll hat, etwa eine Reihe oder den ganzen Schein. Wer es zuerst schafft, ruft „Bingo“. Taktik gibt es dabei nicht, du musst nur aufmerksam bleiben und keine Zahl übersehen.
So viele, bis jemand gewinnt. Eine feste Zahl gibt es nicht. Beim 75-Kugel-Bingo reichen für eine Linie durch die freie Mitte im besten Fall 4 Kugeln, für den ganzen Schein mindestens 24. Spielt nur ein einziger Schein mit, braucht er für den vollen Schein im Schnitt etwa 73 von 75 Kugeln. Je mehr Scheine im Spiel sind, desto früher ruft jemand „Bingo“.
Ein Zahlenspiel für viele Mitspieler, bei dem allein der Zufall entscheidet. Gezogene Kugeln werden mit den Zahlen auf den Scheinen verglichen, und wer zuerst ein bestimmtes Muster markiert hat, gewinnt. Die zwei verbreiteten Formen sind das amerikanische Bingo mit 75 Kugeln und das britische mit 90. Im Verein, im Altenheim oder in der Schule wird es oft ohne Einsatz gespielt.
Genau wie mit Zahlen, nur stehen auf dem Schein Bilder: Tiere, Obst, Fahrzeuge oder was zum Thema passt. Der Spielleiter zieht eine Bildkarte und zeigt sie oder nennt den Begriff. Wer das Bild auf seinem Schein hat, deckt es ab. Volle Reihe oder voller Schein gewinnt. Bilderbingo eignet sich für Kinder, die noch keine Zahlen lesen, und für den Sprachunterricht.
Ein Schein mit 3 Reihen gehört zum 90-Kugel-Bingo. Er hat 9 Spalten und 15 Zahlen, 5 in jeder Reihe; die übrigen Felder bleiben leer. Gewonnen wird in drei Stufen: zuerst eine volle Reihe, dann zwei volle Reihen, zum Schluss das volle Haus mit allen 15 Zahlen. Nach jeder Stufe geht das Ziehen weiter.
Sobald alle Felder des angesagten Musters markiert sind. Das kann eine waagerechte Reihe sein, eine Spalte, eine Diagonale, eine Form wie ein Buchstabe oder der ganze Schein. Welches Muster gilt, sagt der Caller vor der Runde an. Rufst du „Bingo“ zu früh oder mit einer falsch markierten Zahl, läuft die Runde einfach weiter.
Beim 75-Kugel-Bingo 25: fünf Spalten mal fünf Reihen, davon 24 mit Zahlen und ein freies Feld in der Mitte. Beim 90-Kugel-Bingo hat der Schein 27 Felder in 3 Reihen und 9 Spalten, aber nur 15 davon tragen Zahlen. Bilderbingo-Karten haben oft weniger Felder, etwa 3 × 3 oder 4 × 4 für Kinder.
Statt Zahlen stehen Wörter auf dem Schein, etwa Vokabeln, Fachbegriffe oder Namen. Der Spielleiter liest einen Begriff vor, eine Definition oder eine Übersetzung, und die Mitspieler suchen das passende Wort auf ihrem Schein. Wer zuerst eine Reihe hat, gewinnt. Lehrer nutzen diese Form gern, weil nebenbei gelernt wird.
Das hängt fast nur davon ab, wie viele Scheine mitspielen. Jeder Schein hat dieselbe Chance, weil jede Kugel gleich wahrscheinlich ist. Liegen in einer Runde 50 Scheine im Spiel und du hast einen davon, gewinnst du im Schnitt eine von 50 Runden; mit zwei Scheinen zwei von 50. Glückszahlen oder ein bestimmter Platz im Saal ändern daran nichts.
Jeder Schein hat 3 Reihen und 9 Spalten mit 15 Zahlen. Die erste Spalte enthält 1 bis 9, die zweite 10 bis 19 und so weiter, die letzte 80 bis 90. Sechs Scheine bilden einen Streifen, auf dem jede Zahl von 1 bis 90 genau einmal vorkommt. Gewonnen wird mit einer Reihe, mit zwei Reihen und mit dem vollen Haus.
Die zwei Grundformen sind 75-Kugel-Bingo mit dem 5 × 5-Schein und 90-Kugel-Bingo mit dem Schein aus 3 Reihen. Daneben gibt es kürzere Formen mit weniger Kugeln, Bilderbingo für Kinder, Wörterbingo für den Unterricht und Musikbingo, bei dem Liedtitel auf dem Schein stehen. Die Grundregel bleibt immer gleich: ziehen, markieren, Muster vollmachen.
Eine Bingo-Variante, bei der auf dem Schein Liedtitel oder Interpreten stehen statt Zahlen. Der Spielleiter spielt kurze Ausschnitte, und wer das Lied erkennt und auf seinem Schein findet, markiert es. Wie beim Zahlenbingo gewinnt, wer zuerst eine Reihe oder den ganzen Schein voll hat. Das Spiel ist bei Feiern und Quizabenden beliebt.
Der Ursprung wird meist in der italienischen Lotterie des 16. Jahrhunderts gesehen. Über Frankreich kam das Spiel mit Zahlenkarten im 18. und 19. Jahrhundert in viele Länder Europas. In den USA hieß es zunächst „Beano“, weil Bohnen als Marker dienten. Den Namen Bingo bekam es dort Ende der 1920er-Jahre.