Wie funktioniert Video Poker?
Video Poker ist Five Card Draw gegen einen Automaten. Es gibt keinen Gegner und keinen Croupier, nur dich, fünf Karten und eine Auszahlungstabelle. Die Video-Poker-Regeln sind deshalb schnell erklärt. Du wählst deinen Einsatz, der Automat teilt fünf Karten aus. Dann entscheidest du, welche Karten du behältst. Alle anderen ersetzt der Automat einmal durch neue. Die Hand, die danach vor dir liegt, wird mit der Tabelle verglichen, und die zahlt oder eben nicht.
Jede Hand kommt aus einem virtuellen Blatt mit 52 Karten, das vor jeder Hand neu gemischt wird. Die Ersatzkarten stammen aus demselben Blatt, so als würde ein Croupier die nächsten Karten vom Stapel nehmen. Was du abgeworfen hast, kommt nicht zurück. Dadurch ist Video Poker eines der wenigen Spiele am Video-Poker-Automat, bei dem sich jede Wahrscheinlichkeit exakt ausrechnen lässt. Bei einem Spielautomaten mit Walzen kennst du die Gewichtung der Symbole nicht. Beim Video Poker kennst du das Blatt.
Wer Video Poker lernen will, muss zuerst die Tabelle lesen können. Sie steht auf dem Bildschirm über den Karten und zeigt, was jede Hand pro eingesetztem Credit zahlt. Die meisten Automaten erlauben ein bis fünf Credits pro Hand. Fast überall gilt dabei eine Besonderheit: Der Royal Flush zahlt beim Höchsteinsatz überproportional mehr, bei Jacks or Better meist 800 statt 250 pro Credit. Alle Angaben auf dieser Seite gehen vom Höchsteinsatz aus, weil nur dann die volle Rückzahlung gilt.
Video Poker spielen lernen heißt also vor allem: die richtige Tabelle finden und dann die richtigen Karten halten. Einen Video-Poker-Trick, der den Automaten schlägt, gibt es nicht. Es gibt aber eine Strategie, die den Verlust so klein wie möglich hält, und die ist bei keinem anderen Automatenspiel so wirksam. Video-Poker-Spiele gibt es in vielen Varianten, die beiden bekanntesten sind Jacks or Better und Deuces Wild.
Jacks or Better
Jacks or Better ist die Grundform. Gewertet wird nach den normalen Poker-Händen, und die kleinste Gewinnhand ist ein Paar Buben. Ein Paar Buben, Damen, Könige oder Asse gibt den Einsatz zurück, ein Paar Zehnen oder darunter zahlt nichts. Schon im ersten Blatt liegt ein solches hohes Paar in 13,0 % der Hände. Einen Royal Flush bekommst du direkt ausgeteilt dagegen nur einmal in 649.740 Händen; mit gutem Halten und Tauschen wird er spürbar häufiger, bleibt aber selten.
Die Bezeichnung 9/6 nennt die zwei Zeilen, an denen sich Automaten mit Jacks or Better unterscheiden: 9 für ein Full House und 6 für einen Flush. Diese Version heißt „Full Pay“, und für sie gilt die Rückzahlung von 99,54 % bei optimaler Strategie, also ein Hausvorteil von 0,46 %. Viele Automaten zahlen weniger, etwa 8 und 5 für dieselben Hände. Das klingt nach einer Kleinigkeit, kostet aber auf Dauer deutlich mehr als jeder Strategiefehler. Bevor du an einem Video Poker Jacks or Better Automaten spielst, ist der Blick auf diese zwei Zahlen deshalb das Wichtigste.
Viele Geräte bieten nach einem Gewinn eine Verdopplung an, etwa bei Jacks or Better Double Up Video Poker. Dabei setzt du den Gewinn noch einmal: Eine Karte liegt offen, und du musst aus vier verdeckten eine höhere ziehen. Das ist ein zusätzliches Glücksspiel ohne jede Strategie und ändert nichts an der Tabelle. Verwandt mit Jacks or Better ist Tens or Better Video Poker, bei dem schon ein Paar Zehnen zahlt. Zum Ausgleich zahlt die Tabelle dort bei anderen Händen weniger.
Deuces Wild
Beim Deuces Wild Video Poker sind alle vier Zweier Joker. Eine Zwei kann jede beliebige Karte ersetzen, und dadurch werden starke Hände viel häufiger. Damit das Spiel nicht kippt, beginnt die Tabelle erst beim Drilling; ein Paar oder zwei Paare zahlen nichts. Dazu kommen Hände, die es im normalen Poker nicht gibt: Fünf gleiche Karten, etwa drei Siebener und zwei Zweier, sowie ein Royal Flush mit Zweiern, der weniger zahlt als ein echter. Ganz oben stehen der natürliche Royal Flush und die vier Zweier.
Die Strategie sieht deshalb anders aus als bei Jacks or Better. Eine Zwei wirfst du nie weg, denn sie ist die wertvollste Karte im Blatt. Wie viele Zweier du hast, bestimmt den Rest der Entscheidung. Mit vier Zweiern hältst du nur sie, mit drei hältst du sie und suchst den Rest. Wie viel ein Automat zurückgibt, hängt auch hier an der Tabelle, die von Gerät zu Gerät verschieden ist. Eine Strategie für Jacks or Better passt deshalb nicht auf Deuces Wild, und umgekehrt: Wer die Variante wechselt, muss auch die Regeln zum Halten neu lernen.
Video-Poker-Strategie: halten oder tauschen?
Für jede Hand gibt es genau eine rechnerisch beste Entscheidung. Video-Poker-Strategien unterscheiden sich in der Darstellung, nicht im Ergebnis. Aus fünf Karten lassen sich auf 32 Arten Karten zum Halten wählen, von „alle halten“ bis „alle tauschen“. Für jede dieser 32 Möglichkeiten lässt sich ausrechnen, was im Schnitt herauskommt, wenn man alle denkbaren Ersatzkarten durchgeht. Die beste Video-Poker-Strategie ist nichts anderes als die Wahl mit dem höchsten Durchschnitt. Genau das rechnet der Trainer oben bei jeder Hand vollständig aus, und genau daher stammen auch die Zahlen in diesem Abschnitt. Sie gelten für Jacks or Better 9/6 und geben an, wie viele Spielchips pro eingesetztem Spielchip im Schnitt zurückkommen.
Ein hohes Paar hältst du fast immer. Mit B♥ B♦ 7♠ 4♣ 2♥ bringt das Paar Buben im Schnitt 1,54 zurück, mehr als jede andere Wahl. Eine fertige Gewinnhand behältst du ebenfalls, mit einer Ausnahme: Vier Karten zum Royal Flush. Mit A♥ K♥ D♥ B♥ 4♥ hast du einen Flush, der sicher 6 zahlt. Hältst du stattdessen nur die vier hohen Herz, kommen im Schnitt 18,43 zurück. Die beste Video-Poker-Strategie verlangt hier also, einen sicheren Gewinn aufzugeben. Dasselbe gilt mit A♠ A♥ K♠ D♠ B♠: Das Paar Asse bringt 1,54, die vier Pik zum Royal Flush 18,53.
Ein kleines Paar ist dagegen weniger wert, als viele denken. Mit 10♣ 10♦ 8♦ 5♦ 2♦ bringt das Paar Zehnen 0,82, die vier Karo zum Flush 1,15. Hier lohnt es sich also, das Paar aufzulösen. Und selbst eine Hand ohne alles hat eine beste Wahl. Mit 2♠ 5♥ 8♦ 9♣ K♥ bringt der König allein 0,47, alle fünf zu tauschen 0,34. Hohe Karten ab dem Buben sind wertvoll, weil sie zu einem zahlenden Paar werden können.
Eine Hand Schritt für Schritt
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt eine Hand, bei der viele zögern: A♥ K♥ 7♣ 7♦ 3♠. Drei Wege bieten sich an. Du kannst das Paar Siebener halten, das selbst nichts zahlt. Du kannst Ass und König in Herz halten, weil daraus ein hohes Paar oder sogar ein Royal Flush werden kann. Oder du hältst nur das Ass. Die Rechnung über alle möglichen Ersatzkarten ist eindeutig: Das Paar Siebener bringt im Schnitt 0,82 zurück, Ass und König in Herz 0,59, das Ass allein 0,46 und alle fünf zu tauschen 0,33. Ass-König ist unter den 32 Möglichkeiten nur die Nummer 5.
Der Grund liegt in den Möglichkeiten, die das kleine Paar eröffnet. Aus zwei Siebenern können zwei Paare, ein Drilling, ein Full House oder ein Vierling werden, und alle diese Hände zahlen. Ass und König müssen dagegen erst einen Partner finden, um überhaupt etwas zu bringen. Probier solche Hände im Trainer oben aus: Er rechnet nach jedem Tausch alle 32 Möglichkeiten vollständig durch und zeigt dir, ob deine Wahl die beste war.
Was der Hausvorteil an einem Abend bedeutet
Ein Hausvorteil von 0,46 % klingt nach wenig. Rechne ihn auf einen Abend hoch: Wer 1.000 Hände mit je 5 Credits spielt, setzt insgesamt 5.000 Credits ein. Bei perfekter Strategie bleiben davon im Schnitt 23 Credits beim Automaten. Das ist ein Durchschnitt über sehr viele Abende. An einem einzelnen Abend kann das Ergebnis weit darüber oder darunter liegen, denn ein großer Teil der Rückzahlung steckt im seltenen Royal Flush. Ohne ihn liegt die Rückzahlung im Spiel spürbar niedriger, und die meisten Abende enden ohne Royal Flush.
Die besten Video-Poker-Tipps passen deshalb in wenige Sätze. Spiel nur an Automaten mit der vollen Tabelle. Spiel mit dem Höchsteinsatz, sonst fehlt die hohe Zahlung für den Royal Flush, oder spiel gar nicht. Halte nach festen Regeln, nicht nach Gefühl; das ist der wichtigste Video-Poker-Tipp überhaupt. Jedes Video-Poker-System, das mehr verspricht, etwa Einsätze nach Verlusten zu erhöhen, ändert nichts am Durchschnitt. Auch mit perfektem Spiel bleibt ein Hausvorteil von 0,46 %. Er ist kleiner als bei den meisten Spielen im Casino, aber er ist da, und jede Abweichung von der Strategie macht ihn größer.
Wer sich vornimmt, „nur noch eine Hand“ zu spielen, und dann weitermacht, sollte aufhören. Video Poker ist schnell, und Automaten laden zum Weiterspielen ein. Unter Spielerschutz findest du Hinweise und Hilfe. Die Spielchips im Trainer oben haben keinen Wert; gezählt werden nur deine richtigen Entscheidungen.
Häufige Fragen
Der Automat mischt ein virtuelles Blatt aus 52 Karten und teilt dir fünf Karten aus. Du wählst, welche du hältst, und drückst auf Tauschen; die übrigen ersetzt er durch neue Karten aus demselben Blatt. Die fertige Hand wird mit der Auszahlungstabelle auf dem Bildschirm verglichen. Einen Gegner gibt es nicht, die Tabelle allein entscheidet.
Einsatz wählen, austeilen lassen, Karten halten, tauschen. Zum Halten tippst du die Taste unter der Karte an, bis „Gehalten“ erscheint. Bei Jacks or Better gewinnst du ab einem Paar Buben. Welche Karten du hältst, ist die einzige Entscheidung, und für jede Hand gibt es eine rechnerisch beste Wahl.
In einer einzelnen Hand durch eine Gewinnhand nach dem Tausch. Auf Dauer gewinnt der Automat: Selbst Jacks or Better 9/6 mit fehlerfreier Strategie behält im Schnitt 0,46 % jedes Einsatzes. Die Strategie verringert nur den Verlust. Wer Fehler macht oder eine schlechtere Tabelle spielt, verliert mehr.